Geschichte

Hanshagen, Kreis Greifswald wird zuerst 1248 mit dem vollen Namen seines Lokators Johanaeshaghen genannt. Das Dorf bestand aus zwei Teilen. Der gegen den Bach gelegene Teil mit zwei Hufen. und wahrscheinlich einer Wassermühle gehörte dem Kloster Eldena, der andere, ein Reihendorf mit 23 Hufen und zwei Wassermühlen, den Grafen von Gützkow. Im 14. Jahrhundert wurde dieser Teil an die Greifswalder Ratsfamilie von Lübeck veräußert, die ihn 1492 an das Nonnenkloster Krummin auf Usedom weitergab. Durch die Säkularisation der Klöster 1535 wurde sowohl der Eldenaer als auch der Krumminer Anteil zum herzoglichen Amt Wolgast gelegt. Ob die Wassermühle, deren Erbauung 1524 die Abtissin von Krummin genehmigte, bereits an der gleichen Stelle lag wie die noch heute erhaltene, ist ungewiss. Die Mühle war Privat Eigentum, wurde aber nach dem Übergang des Dorfes in die Hand der Universität (1634) an diese verkauft. Sie war bis 1855 als Papiermühle zur Deckung des Universitätsbedarfs in Betrieb, dann noch bis 1952 als Mahlmühle. Die anderen beiden Mühlen sind bereits viel früher eingegangen.
1816 wohnten in Hanshagen drei Pachtbauern, 36 Büdner, ferner der Müller, der Pfarrer und der Küster. 1865 war die Bevölkerung auf 180 Familien mit 856 Köpfen angewachsen. Mit der Ansiedlung von Handwerkern entstand der Ortsteil Fliederberg. Der Name weist auf das Wachstum von Flieder (hier wohl im Sinn von Holunder) sowie auf die erhöhte Lage gegenüber Hanshagen hin. Schon damals muß sich in Hanshagen eine gewisse Selbständigkeit und Ablehnung anmaßender obrigkeitlicher Bevormundung bei den Bewohnern gezeigt haben. Die gotische Kirche zu Hanshagen ist teils aus Feldsteinen, teils aus Backsteinen errichtet. Das gewölbte Schiff besteht aus zwei Jochen. Der Turm stammt aus dem 19. Jahrhundert. Die Ostfenster des Chores werden von einem Kanzelaltar verdeckt, der um 1800 von Johann Gottfried Quistorp, dem akademischen Zeichenmeister und Lehrer Caspar David Friedrichs, errichtet wurde. Das Gebäude der alten Wassermühle (Papiermühle) von 1749 mit abgetrepptem Dach wirkt durch den Anbau einer Gastwirtschaft entstellt. Das Dorfbild ist noch heute durch -die langen Reihen der rohrgedeckten Handwerkerhäuser bemerkenswert, ebenso durch die Anzahl von Doppelbüdnereien.
Neben einigen neolithischen Feuersteinbeilen sowie einem Rand Beil und einem Absatzbeil aus Bronze ist vor allem ein wichtiger, heute leider verschollener Schatzfund zu nennen. Er bestand aus sieben römischen Bronzemünzen, die frühestens am Ende der älteren, vermutlich aber erst zu Beginn der jüngeren Kaiserzeit, also im 3. Jahrhundert, in den Boden gelangten.
Quelle: Ostsee Zeitung 10.2.1984